Seit Jahrzehnten bewährt...

9. Natrium phosphoricum

Natrum phosphoricum, Phosphorsaures Natrium, Zweibasisches Natriumphosphat, Natriumphosphat, Na2HP04+12H20.

Natriumphosphat wirkt in größeren Dosen, grammweise gegeben, als schwaches Abführmittel. Im menschlichen Organismus finden wir es vorzugsweise in den Gehirnzellen und Nerven, in den Muskeln, in den Blutkörperchen und in der Gewebeflüssigkeit. Seine Gegenwart im Blut hält die Harnsäure, die sich aus dem Zerfall der Eiweißstoffe bildet, in Lösung, so daß diese zum Teil als harnsaures Natrium den Körper durch die Nieren verlassen kann. Ferner zerlegt es die Milchsäure, die durch die Muskelarbeit aus Glykogen entsteht, in Wasser und Kohlensäure. Eine andere Aufgabe vollführt dieses Salz dadurch, daß es locker die Kohlensäure bindet und in den Lungen wieder frei werden läßt. In der Galle bewirkt es die Verseifung der Fettsäuren, die mit der Nahrung aufgenommen werden.

Es gilt deshalb als Heilmittel gegen skrofulöse Lymphdrüsen, skrofulöse Augenentzündungen und Magenleiden mit vielem Aufstoßen und Erbrechen saurer Massen, besonders bei kleinen Kindern, die grüngelbliche Stühle entleeren und dabei Darmkrämpfe haben. Denn alle diese Krankheiten werden meistens durch einen Überschuß von Milchsäure im Körper verursacht. Aus demselben Grunde ist es bei allen Katarrhen und Ergüssen oder Hautausschlägen anzuwenden, wenn die Farbe goldgelb, honiggelb, rahmartig ist. Weil es die Harnsäure löst, gibt man es bei Gicht, Gelenkrheumatismus und allen rheumatischen Schmerzen, die durch einen Überschuß an Harnsäure im Blute bedingt sind. Endlich wird es sich nach Magendarmkrankheiten empfehlen, wo die Fettverdauung leidet. Gegen Sodbrennen, Seekrankheit und Unterhautzellgewebseiterung ist es ein Hauptmittel. Charakteristisch für dieses Mittel ist die starke Säure im Magen mit saurem Aufstoßen, Erbrechen saurer Flüssigkeiten, starker Blähung und Magenschmerzen, sauer riechenden, grünlichen, schleimigen Entleerungen und dickem, gelbem Belag auf dem hinteren Teil der Zunge.

Von homöopathischen Pflanzenmitteln ähneln dem Natriumphosphat: Rheum, Colchicum, Lycopodium, Cocculus, Nux vomica, Guajacum, Dolichos, Urtica.

Quelle Schneider J: Biochemischer Hausarzt - Behandlung der Krankheiten nach den Grundsätzen der Biochemie und der Hygiene (8. Auflage). Willmar Schwabe Verlag, Leipzig, 1938.

Natrium phosphoricum - Nr. 9