Seit Jahrzehnten bewährt...

3. Ferrum phosphoricum

Phosphorsaures Eisen, Eisenphosphat, Ferriphosphat, FePO4+4H20.

Eisen ist weit verbreitet auf der Erde und ein unentbehrlicher Bestandteil im Pflanzen- wie im Tierorganismus; es fehlt nie in der Ackerkrume wie im Quell- und Meerwasser. In den Pflanzen ist es nötig, um das grüne Chlorophyll zu bereiten, im tierischen Organismus ist es unerläßlich für die roten Blutkörperchen.

Im Blute eines erwachsenen Mannes mögen etwa 3,5 g Eisen enthalten sein. Es bildet bei den roten Blutkörperchen den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin, und ist deshalb so wichtig, weil es den Sauerstoff, den die Lungen mit jedem Atemzug aufnehmen, anzieht, sich mit diesem locker verbindet und ihn dann ebenso leicht wieder an die Gewebe und Zellen abgibt. Ferner findet sich Eisen in den Zellen der Muskeln, in den zarten Muskeln der Blutgefäße und des Darmrohres sowie der Darmzotten.

Eisen ist nach der Erfahrung ein altes, bewährtes Mittel gegen Blutarmut jeder Art und Bleichsucht. Dr. Schüßler verwendet es mit Vorliebe:

  1. Gegen das erste Stadium aller Entzündungen. Hier sind die Blutgefäße erweitert, weil die Muskelzellen der Blutgefäße durch Eisenverlust erschlafft sind, wie Dr. Schüßler annimmt. Infolgedessen wendet er es auch gegen die Folgezustände und Ursachen der Blutüberfüllung an, bei Schmerzen, Blutungen, Wunden, Quetschungen, Gelenkverstauchungen.
  2. Gegen Verstopfung, wenn die Muskeln des Darmrohres Eisen verloren haben und dadurch der Darm sich weniger zusammenzieht.
  3. Gegen Durchfall, wenn die Darmzotten infolge Eisenverlustes nicht mehr richtig arbeiten.
  4. Bei fieberhaften Krankheiten im Beginn, bevor es zu entzündlichen Ausschwitzungen gekommen ist.
  5. Bei Blutüberfüllung aller Organe.

Demnach ist Ferrum phosphoricum angezeigt im Anfange von Brust-, Rippenfell-, Lungen-, Bauchfell-, Herz- und Herzbeutelentzündung, bei den mit tiefer Röte einhergehenden Entzündungen des Mundes, Gaumens, Rachens, der Zunge und der Mandeln, bei Bindehautkatarrh ohne Absonderung, bei zahnenden Kindern, bei Zahnschmerzen, die durch Wärme schlimmer, durch Kälte besser werden, bei Blutandrang nach dem Kopfe und dadurch bedingtem Schwindel und Kopfweh, bei Gesichtsschmerzen mit Rötung oder Erbrechen von Speise und Verschlimmerung durch Bewegung, bei rot entzündeter Haut, bei Heiserkeit durch Anstrengung der Stimme, bei Luftröhrenkatarrh nach Erkältung, bei Keuchhusten im Anfang, bei Ohrenentzündung im Beginn, bei Netzhautentzündung, bei schmerzhaftem Gelenkrheumatismus, bei Stuhlverstopfung oder bei Durchfall von unverdauter Nahrung, bei Gehirnhautentzündung, Rückenmarkentzündung, entzündeten Hämorrhoidalknoten, Ruhr, Scharlach, Herzklopfen, Lymphgefäßentzündung, Leistendrüsenentzündung, entzündlichen Hüftschmerzen, Herzklopfen, Hexenschuß, Nasenbluten der Kinder, bei allen Blutungen, wenn das Blut leicht zu einer gallertartigen Masse gerinnt, bei Bluterbrechen, schmerzhafter Magenentzündung, Knochenbrüchen und Knochenhautentzündung sowie Nierenentzündung.

Angezeigt ist Eisen, wenn die Schmerzen durch Kälte gebessert, durch Wärme verschlimmert werden.

Ferrum phosphoricum ähnelt in seiner Wirksamkeit den homöopathischen Pflanzenmitteln Aconitum, Gelsemium, Bryonia, Belladonna und Arnica, ferner den anorganischen Mitteln Mercurius und Hepar sulfuris. Man verbindet es gern mit Calcium fluoratum bei Hämorrhoiden, mit Natrium sulfuricum bei Zuckerkrankheit und mit Kalium chloratum. Bei Bleichsucht gibt man es im Wechsel mit Calcium phosphoricum.

Quelle Schneider J: Biochemischer Hausarzt - Behandlung der Krankheiten nach den Grundsätzen der Biochemie und der Hygiene (8. Auflage). Willmar Schwabe Verlag, Leipzig, 1938.

Ferrum phosphoricum - Nr. 3